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Unser Polenaustausch 2017

Der Besuch unserer polnischen Austauschschüler vom 2. bis 8. April 2017


Zerknautscht von der langen Busfahrt kommt eine erschöpfte Gruppe polnischer Austauschschüler am frühen Sonntagmorgen am Mannheimer Busbahnhof an, um von den teilweise vor Aufregung nicht weniger schlaflos gebliebenen Deutschen empfangen zu werden. Aber trotz aller Neugier müssen alle Fragen erstmal warten, bis die Polen sich ausgeruht haben. Später am Tag treffen wir uns nochmal zu einem gemeinsamen Essen, bei dem sich leider, wie es bei jedem Austausch erstmal der Fall ist, zwei Gruppen bilden, die aber bald von Arbeitsblättern und Memorys auseinander gerissen werden.

 

Nach der dringend benötigten Nacht findet sich die ganze Gruppe schon wieder beim gemeinsamen Essen am Montagmorgen in der Schule, und wieder ist dasselbe Phänomen zu beobachten wie auch am Vorabend: Die Polen und Deutschen bilden zwei Grüppchen.

Während wir aber auf unsere stellvertretende Schulleiterin Frau Hann warten, findet sich ein Weg, das Eis zu brechen - oder besser: unsere Zungen. Dem Fischers Fritz oder der polnischen Variante Cruel Carol ist nur schwer zu widerstehen. Auf die folgende Begrüßung und eine amüsante Partie „Reise nach Jerusalem“ wartet aber noch eine zweite Begrüßung auf uns: die des Mutterstadter Bürgermeisters.

Bald darauf sitzen wir aber ganz gewöhnlich im Unterricht und starren auf die Uhr, die uns verkündet, dass zwischen uns und unserem geplanten Besuch der Rheingalerie noch zwei lange Schulstunden liegen.

 

Am nächsten Morgen (Dienstag) führt unser Weg uns dann nach Neustadt, hoch aufs Hambacher Schloss, wo wir eine Führung zum geschichtlichen Hintergrund und einen Europa-Workshop gebucht haben, den sowohl Polen als auch Deutsche gemeinsam mit einigem Humor absolvieren.

Nichtsdestotrotz sitzen die Gruppen bei Essen danach in der Ritterschänke ein weiteres Mal getrennt. Aber auch diesmal findet sich schließlich mit dem großen Gejammer darüber, dass wir den Weg zurück jetzt zu Fuß bestreiten sollten, ein gemeinsames Gesprächsthema.

 

Der Mittwoch besteht aus einem Besuch in Heidelberg, bei dem in einer Rallye mit polnisch-deutsch gemischten Gruppen die Aufgabe besteht, bei jedem Stopp auch ein Selfie zu machen; etwas, das auch mit großer Begeisterung erledigt wird. Mit genauso viel Begeisterung verschlingt die erschöpfte Gruppe nach beendeter Rallye dann auch das Essen in der Mensa der Heidelberger Universität. Vielleicht überlegt sich der ein oder andere das mit dem Abi jetzt doch nochmal. Ein bisschen Souvenirshopping rundet den Tag schließlich noch ab.

 

Ganz so unterhaltsam gestaltet sich für die deutschen Schüler der nächste Morgen allerdings nicht: Drei Schulstunden müssen wir, müde wie wir alles sind, absitzen, bis sich die Austauschgruppe zur nächsten heiß ersehnten Unternehmung trifft. Aber auch diese Stunden gehen vorbei und als wir uns im BASF Besucherzentrum umsehen, sind sie auch schon wieder vergessen. Denn nicht nur die Polen werden dort von so mancher Information noch überrascht.

 

Mehrmals begannen meine Sätze jetzt schon mit der Schilderung eines erlebnisreichen Morgens, aber ich glaube, es ist nicht übertrieben zu sagen, dass der Freitagmorgen dabei alle anderen bei Weitem übertrifft. Er beginnt mit einer Odysee in dem Meer aus Bahnverbindungen, bei der selbst ein griechischer Held wohl ins Schwitzen gekommen wäre. Schließlich finden sich aber alle mehr oder weniger pünktlich am Dom in Speyer wieder

Nach einer Führung eines sehr netten Herrn, der uns über die jüdische Geschichte Speyers belehrt, genießen wir noch ein paar Stunden im sonnigen Speyer. Am Abend feiern die Schüler den bevorstehenden Abschied in Schifferstadt.

 

Der gefürchtete Samstag steht uns nun bevor, dessen Morgen wir zur freien Verfügung hatten, um unsere Gäste noch ein letztes Mal auf eine eigene Unternehmung zu entführen.

Viel zu schnell sind diese Stunden verstrichen und der drängende Abschied steht uns in Form eines dicken Reisebusses am Mannheimer Busbahnhof bevor. Aus unseren zwei zu Beginn völlig fremden Gruppen ist nun eine geworden, die unsere Lehrer nur mit Mühe voneinander trennen können. Uns bleibt nun nur noch zu sagen: „,Tschenki`, es war schön mit euch und wir freuen uns, in Polen wieder ,Czesc´zu sagen!“

Daniela Geis, Klasse 10d