Konzept

Die Profiloberstufe

Die Integrierte Gesamtschule versteht sich als Schule von Jahrgangsstufe 5 bis 13, deshalb sollen wesentliche Konzeptmerkmale der Sekundarstufe I in der Oberstufe fortgeführt werden:

  • Feste soziale Strukturen durch Erhalt des Klassenverbandes in einem großen Teil der Stunden mit direkter Betreuung durch eine/n Klassenlehrer/in (Tutor/in)
  • Weiterentwicklung der Methodenkompetenz
  • Teamarbeit zwischen Schülerinnen und Schülern
  • Förderung von Selbstständigkeit und Eigeninitiative
  • Verantwortungsvolles Urteilen und Handeln
  • Durchführung von Projekten, fächerübergreifendes Lernen
  • Erwerben spezieller Kenntnisse und Fertigkeiten durch Konzentration auf individuell gewählte Schwerpunktfächer
  • Kennenlernen wissenschaftlichen Arbeitens
  • Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern in Industrie, Verwaltung und Forschung
  • Berufliche Orientierung
  • Studienfahrt unter profilspezifischen Schwerpunkten.

Nicht nur Schülerinnen und Schüler der IGS Mutterstadt, sondern auch von  Realschulen plus, beruflichen Schulen, Gymnasien und anderen Integrierten Gesamtschulen werden in die Oberstufe aufgenommen, vorausgesetzt, sie haben den Qualifikationsvermerk für den Übergang in die gymnasiale Oberstufe bzw. die Versetzung in die 11. Jahrgangsstufe erreicht.

 

Um unsere Ziele zu verwirklichen, bilden wir Schwerpunkte, Profile genannt, indem wir jeweils zwei Leistungskurse und einen Grundkurs miteinander koppeln. Im Rahmen, den die rheinland-pfälzische Oberstufenverordnung für Integrierte Gesamtschulen und Gymnasien vorgibt, werden an unserer Schule folgende Profile von Klasse 11 bis 13 angeboten:

 

Profil 1

Mathematik-Politik-Wirtschaft

Leistungskurs 1Leistungskurs 2Grundkurs 1Grundkurs 2
MathematikSozialkundeInformatikGeschichte

 

Profil 2

Kultur

Leistungskurs 1Leistungskurs 2Grundkurs 1Grundkurs 2
DeutschBildende Kunst oder EnglischGeschichteSozialkunde/Erdkunde

 

Profil 3

Ökologie

Leistungskurs 1Leistungskurs 2Grundkurs 1Grundkurs 2
BiologieErdkundeChemie Geschichte

 

Neben den im Profil gebundenen zwei Leistungskursen und dem Grundkurs wählen die Schülerinnen und Schüler noch ein drittes Leistungsfach und weitere 5 verpflichtende Grundfächer nach den allgemeinen Bestimmungen der Abiturprüfungsordnung.

 

Durch die Profilbildung ergibt sich für unsere Schülerinnen und Schülern ein verlässliches Kursangebot. Fächer können inhaltlich aufeinander abgestimmt werden, so dass auch zu bestimmten Zeiten fächerübergreifend in Projekten gearbeitet werden kann. Die Stammgruppe eines Profils bleibt in 14 Wochenstunden zusammen, so dass soziale Strukturen aufgebaut bzw. intensiviert werden können. 

 

Nachstehend werden die drei Profile etwas näher beschrieben: 

 

Mathematik-Politik-Wirtschaft

Laut Lehrplan Mathematik lassen sich "... Aufgaben und Ziele des Mathematikunterrichts in der gymnasialen Oberstufe ... auf die folgenden drei Schwerpunkte konzentrieren: ... 

  • Mathematik im Anwendungszusammenhang
  • Mathematik als Wissenschaft
  • Ausbildung allgemeiner geistiger Fähigkeiten und Entwicklung von Persönlichkeitsmerkmalen." (Lehrplan Mathematik Sekundarstufe II)

Während die Schwerpunkte 2 und 3 seit jeher den traditionellen Mathematikunterricht in der Sekundarstufe II prägten, tritt in den neueren methodisch didaktischen Betrachtungen des Faches der Anwendungszusammenhang und damit verbunden der Einsatz von elektronischen Hilfsmitteln vehement in den Vordergrund. 

Das Profil Mathematik-Politik-Wirtschaft setzt es sich daher zum Ziel, neben den unmittelbar zu erkennenden Verbindungen der Mathematik mit den Naturwissenschaften und der Technik auch die Zusammenhänge des wirtschaftlichen Alltags mit dem Fach für Schüler/innen erkennbar werden zu lassen. Schwerpunktsetzungen im Bereich Analysis (finanz- und wirtschaftsmathematische Anwendungen), in der Linearen Algebra (Rechnen mit Matrizen, wirtschaftliche Verflechtungen, Populationsentwicklungen) und in der Stochastik (Markow-Ketten) seien als Beispiel für diesen speziellen Anwendungsbezug genannt.

Um diese Themen mit möglichst realistischen Zahlenmaterialien bearbeiten zu können, sind wir auf die Hilfe von Computer-Algebra-Systemen und Tabellenkalkulationsprogrammen angewiesen, die während der ganzen Zeit bis hin zu den Abiturarbeiten ständiger Begleiter der Schüler/innen sind. Die Programmierkenntnisse, die die Schüler/innen des MPW-Profils im Grundfach Informatik erlangen, unterstützen auf diese Weise vom ersten Tag an auch die Methoden im Mathematikunterricht und in den anderen Fächern. 

Verbindungen zu dem 2. Leistungskurs Sozialkunde und dem Grundkurs Geschichte sind neben dem großen Thema "Wirtschaft"  auch die im Lehrplan Sozialkunde geforderten methodischen Kompetenzen Umgang mit Statistiken, graphischen Darstellungen und modellhaften Schemata. Die Simulation von politischen Prozessen (Wahlprognosen und Wahlanalyse), Börsensimulationen (Planspiel Börse) sind Projekte, in denen in Zusammenarbeit der beiden Leistungskurse mit dem für alle verbindlichen Grundfach Informatik neue und wertvolle Erkenntnisse von den Schülern erarbeitet werden können. Aber auch aus dem Grundfach Informatik können fächerübergreifende Projektideen entstehen. So lässt sich zum Beispiel das Lehrplanthema "Kryptologie" im Leistungskurs Mathematik vertiefen (Restklassenarithmetik, moderne Verschlüsselung mit großen Primzahlen) und im Leistungskurs Sozialkunde aufgreifen (Datenschutz, Änderung der Lebens- und Arbeitswelt durch Computer).

 

Kultur (mit 2. Leistungskurs Bildende Kunst)

Schülerinnen und Schüler, die gerne lesen, sich für Literatur, Theater, Kunst und Film interessieren, können diesen Schwerpunkt wählen. In den Leistungskursen Deutsch und Bildende Kunst lernen sie unsere Kultur in ihren vielfältigen Erscheinungsformen kennen und werden dann selbst in diesem Bereich produktiv. 

Über das eigene schöpferische Tun werden sie sich Zugang zu Literatur, Theater, Kunst und Medien schaffen. Hier findet eine enge Zusammenarbeit mit kulturellen Einrichtungen in der Umgebung statt. Dabei geht es sowohl um das Erfassen historischer wie auch aktueller Kunstformen in ihren jeweiligen ästhetischen Zusammenhängen, denn jede Zeit hat ihre Ausdrucksform in Literatur und Kunst.

Geschichtliche und sprachliche Kenntnisse, Untersuchungsmethoden und Ausdrucksmittel der Kunst sollen in den Kursen so vermittelt werden, dass ein eigenständiges und kreatives Umgehen damit jedem einzelnen möglich wird. 

Als Projektthema bietet sich in Jahrgangsstufe 11 das Thema "Kommunikation" an, das in den Lehrplänen aller drei Fächer vorgeschlagen wird.

In den Lehrplänen der Fächer werden ausdrücklich die folgenden Themen als weitere Beispiele für fächerübergreifenden Unterricht benannt:

  • Landschaftsdarstellung
  • Das Verhältnis von Mensch und Natur im 19. Jahrhundert
  • Denkmal
  • Gestaltete Umwelt/Design

 

Kultur (mit 2. Leistungskurs Englisch)

Ab dem Schuljahr 2010/11 bieten wir das Profil Kunst und Kultur auch mit dem 2. Leistungsfach Englisch an Stelle des Leistungsfaches Bildende Kunst an. 

Im Leistungskurs Deutsch und in den Grundkursen Geschichte und Sozialkunde/Erkunde ist die Profilgruppe zusammen, die Leistungskurse Englisch und Bildende Kunst werden geteilt und sind daher auch nicht so groß. Bezugspunkte und Vergleichsmöglichkeiten in den Fächern Deutsch und Englisch werden sich in der Literaturanalyse und in der Kultur der jeweiligen Länder zahlreich ergeben und auch die oben genannten fächerübergreifenden Projektideen werden durch den Zugewinn an englischsprachigen Texten und der englischen Kunst (z.B. der Architektur) an Qualität gewinnen.

 

Ökologie

Die Ökologie ist eine Wissenschaft, die sich mit den Wechselbeziehungen der Organismen in ihrer unbelebten Umwelt (wie z. B. Klima und Boden) und ihrer belebten Umwelt (also anderen Organismen) beschäftigt. Obwohl die Ökologie ein Thema der Biologie ist, spielen ökologische Aspekte auch im Fach Geographie eine Rolle, z. B. bei der Analyse von Industrieansiedlungen oder beim Thema Agrargeographie. Umgekehrt sind geographische Themen wie z.B. Klima oder Bodenarten eine Grundvoraussetzung für das Verständnis ökologischer Zusammenhänge im Fach Biologie. Das Fach Chemie schafft die Grundlagen, um z. B. das Entstehen und die Auswirkungen von sauren Regen zu verstehen sowie die Stoffkreisläufe zu analysieren. 

 

Schülerinnen und Schüler, die das Profil Ökologie wählen, belegen als Leistungsfächer Biologie und Erdkunde sowie die Grundkurse Chemie und Geschichte. 

 

Abgesehen vom Thema Ökologie beziehen sich die drei Fächer aber auch in anderen Gebieten aufeinander,  so z.B. beim Thema Stoffwechsel oder Genetik.

 

Ende des Jahrgangs 11 oder Anfang 12 soll dann ein Fächer übergreifendes Projekt stattfinden. Hier bietet sich besonders das Thema Boden an. Die Geographie liefert hier die Kenntnisse zu Bodenarten und Bodenbildung, die Biologie untersucht die Bodenorganismen und die Zeigerpflanzen, während mit Hilfe der Chemie die Böden auf chemische Elemente untersucht werden. Aber auch andere Projektthemen wären denkbar, z. B. aus dem Themenbereich Energie.

 

Fremdsprachenregelung

Schülerinnen und Schüler, die ab der 6. Klasse keine zweite Fremdsprache erlernt haben, können diese an unserer Oberstufe in speziell eingerichteten Kursen erlernen. Die neue Fremdsprache (Französisch oder Latein) wird von Jahrgangsstufe 11 bis zum Abitur in einem fünfstündigen Grundkurs unterrichtet. Denkbar wäre auch Spanisch als Anfängersprache in 11, sofern entsprechende Fachlehrer/innen zur Verfügung stehen.

 

Schülerinnen und Schüler, die die Oberstufe unserer Schule besuchen möchten, werden wir in ihrem Entscheidungsprozess hinsichtlich der Profilwahl beraten und unterstützen.


Die Broschüre über die "Mainzer Studienstufe" sowie unser Infoheft "Die gymnasiale Oberstufe der IGS Mutterstadt" enthalten weitere Informationen.